S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Montag, den 04.05.2026 um 10.30 UTC Am Donnerstag noch wechselhaft und kühl. Freitag und Samstag Wetterberuhigung und wieder wärmer. Ab Sonntag noch meist warm, aber von Frankreich und Benelux her wieder zunehmende Gewittergefahr. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 11.05.2026 Am Donnerstag verlagert sich in der schwachen südwestlichen Höhenströmung ein flacher Höhentrog von Deutschland nach Polen. Von der osteuropäischen Tiefdruckrinne reicht ein Bodentrog nebst schwachem Tiefausläufer bis zur Mitte Deutschlands und verlagert sich langsam südostwärts. Dabei sickert von Norden kühlere Luft ein mit Temperaturen in 850 hPa zwischen 1 Grad an der Nordsee und 6 Grad im Alpenvorland. Ein von Südwesten nach Skandinavien schwenkender Höhenkeil sorgt dort am Freitag für die Verstärkung des Hochdruckgebietes und sein Keil reicht bis Nordostdeutschland. Gleichzeitig sinkt über Frankreich durch einen von Spanien heranschwenkenden Randtrog der Luftdruck, so dass der Ost- bis Nordostwind etwas zunimmt. Die eingeströmte kühle Luft kann sich allmählich erwärmen. Am Samstag tropft aus dem Höhentrog über dem Nordostatlantik ein Höhentief zum Seegebiet westlich der Iberischen Halbinsel ab und am Boden dehnt sich das Tief bis nach Südwestfrankreich aus. In der unteren Troposphäre dreht über Mitteleuropa die Strömung auf Südost und damit gelangt sehr warme Luft nach Deutschland, so dass bis zum Abend die Temperatur in 850 hPa auf 7 Grad an der Küste und 14 Grad im Alpenvorland ansteigt. Eine Warmfront sorgt dabei in Nordwestdeutschland für Regen, während sonst der nach Deutschland schwenkende Höhenkeil längere sonnige Abschnitte zulässt. Am Sonntag schwenkt der Höhenkeil von Deutschland nach Polen und rückseitig zieht in der aufkommenden Südwestströmung ein Kurzwellentrog heran. In der eingeströmten sehr warmen und feuchten Luft werden damit im Westen und Südwesten Schauer und einzelne Gewitter ausgelöst. Auf der Vorderseite des hochreichenden Tiefkomplexes über Südwesteuropa bleibt über Mitteleuropa am Montag die südwestliche Höhenströmung erhalten, wobei ein Höhenkeil nach Südwestdeutschland schwenkt. Gleichzeitig entwickelt sich im Küstenbereich an der Warmfront eine flache Tiefdruckrinne. In der Mitte und im Süden bleibt die eingeströmte warme bis sehr warme Luft wetterbestimmend. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Der neue Modelllauf vom IFS simuliert die synoptischen Basisfelder bis Samstag sehr ähnlich. Am Sonntag ergeben sich kleinere Differenzen, die sich am Montag vergrößern. Im alten Lauf von gestern, 00 UTC, soll eine Kaltfront am Sonntag Nordwestdeutschland überqueren und eine Abkühlung bringen (Rückgang der Temperatur in 850 hPa auf 5 Grad und weniger). In den beiden letzten Läufen bleibt über Deutschland der ´Tiefdrucksumpf´ erhalten und im Nordwesten bleibt es deutlich wärmer (in 850 hPa um 10 Grad). Am Montag verlagert sich im Lauf von gestern, 00 UTC, die Kaltfront zu den Alpen und rückseitig sorgt ein Hochkeil im Westen und Norden bereits für eine Wetterberuhigung. In den aktuellen Läufen bleibt auch am Montag noch deutlich wärmere Luft wirksam, wobei im Norden noch eine Luftmassengrenze liegt. Im Mittagslauf von gestern sorgt ein kleines Tief im Westen örtlich für kräftigen Regen. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Zu GFS und ICON bestehen keine großen Differenzen. Bei GEM (Kanada) befindet sich die Luftmassengrenze bereits am Sonntag über der südlichen Mitte Deutschlands und ein eingelagertes Tief zieht am Montag nach Polen, so dass von Nordwesten kühle Luft nach Deutschland strömt. Auch beim japanischen Modell gelangt bereits am Sonntag kühle Luft nach Westdeutschland und am Montag nach ganz Deutschland. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Die Cluteranalyse des IFS berechnet heute nur 2 Cluster, wobei operationeller Lauf und Kontrolllauf in den mit 31 Mitgliedern belegten 1. Cluster fallen. In beiden Clustern liegt über Südwesteuropa ein Cut-Off-Tief. Im 2. Cluster schwenkt aber der Resttrog bereits am Montag über Norddeutschland hinweg nach Osten und Rückseitig würde am Montag die kühle Luft weite Teile Deutschlands erreichen, denn über den Britischen Inseln steigt auf der Rückseite des Troges der Druck. In der Rauchfahne von Offenbach erkennt man in 850 hPa bis Donnerstag einen Temperaturrückgang auf 5 Grad oder weniger. Anschließend steigt die Temperatur wieder kräftig an auf Temperaturen um 10 Grad. Am Montag laufen die Temperaturkurven deutlich auseinander, da es ja die Unterschiede gibt, die im oberen Text bei den Clustern beschrieben wurden. Die Regenwahrscheinlichkeit ist bis Donnerstag recht hoch und nach einer Wetterberuhigung am Freitag und Samstag steigt sie am Sonntag von Westen wieder an und auch das Geopotential beginnt nach einem Hochpunkt am Sonntag wieder langsam zu sinken. Das spiegelt sich auch in den Temperaturen wieder: Nach einem kühlen Donnerstag erholen sich die 2-Meter-Temperaturen bis zum Wochenende wieder auf frühsommerliche Werte zwischen 21 und 26 Grad in weiten Teilen Deutschlands. Am Montag nimmt aber die Schwankungsbreite zu, da einige Läufe ja von Norden schon die Abkühlung simulieren. Im Küstenbereich wird die Erwärmung durch kühlenden Ostwind gedämpft. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Die Wahrscheinlichkeit von Starkregen (teils mit Blitz und Donner) ist am Donnerstag in der östlichen Mitte und im Südosten noch leicht erhöht. Nach einer Wetterberuhigung am Freitag und Samstag nimmt ab Sonntag die Gewittergefahr von Westen her wieder zu, wobei erneut Starkregen möglich ist. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage Mosmix, EPS, operationelle Modelle. ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Olaf Pels Leusden