S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Dienstag, den 21.04.2026 um 10.30 UTC Hochdruckeinfluss. Erst langsame Erwärmung, ab dem Wochenende wieder kälter. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 28.04.2026 Am Freitag liegt ein blockierendes Hoch über dem Nordostatlantik, gestützt von einem Höhenrücken, der von Südwesteuropa bis Grönland reicht. Im Randbereich zum Hoch liegt ein Bodenhochkeil von Nordwest nach Südost über Mitteleuropa. Die Frontalzone verläuft östlich davon vom Nordmeer zum Schwarzen Meer. Die trocken-kühle Luftmasse über Mitteleuropa erwärmt sich durch kräftige Einstrahlung und bringt es tagsüber auf mehr als 20°C im Südwesten, in den Nächten gibt es zumindest gebietsweise Frost in Bodennähe. Im Randbereich zur Frontalzone frischt der Nordwestwind an den Küsten zeitweise auf, auch mal mit warnwürdigen Böen an der Nordsee. Am Samstag trogt es von Skandinavien südwärts aus. Das davor befindliche Tief zieht unter Verstärkung zum Baltikum, wobei auf dessen Rückseite die Kaltfront auf Norddeutschland übergreift. Postfrontal erreicht ein Schwall frischer, trocken-kalter Luft auch Mitteleuropa. Antizyklonal überlagert fällt dabei kaum Regen, lediglich der West bis Nordwestwind frischt in Norddeutschland kräftig auf. Präfrontal werden es in der erwärmten Luftmasse mehr als 20°C, dahinter werden teilweise kaum 15°C erreicht. Am Sonntag zieht die Kaltfront nach Südosten ab, gefolgt von einem Trogvorstoß über Osteuropa. Bei uns gelangt die einfließende kalte Luft unter den Einfluss einer umfangreichen Hochdruckzone mit Schwerpunkt über der Nordsee. Dabei scheint häufig die Sonne, bei 0 bis -5°C in 850 hPa hält sich der Temperaturanstieg in Grenzen. In den Nächten nimmt die Frostgefahr wieder zu. Am Montag und Dienstag überwiegt nach wie vor antizyklonaler Einfluss. Das Bodenhochdruckgebiet kann sich dabei aber über Nordeuropa nach Osten ausweiten. Die Zufuhr trocken-kühler Luftmassen setzt sich fort. Ob zum Ende und in der erweiterten Mittelfrist der Trog über Osteuropa etwas wetteraktivere Randtröge nach Deutschland steuert ist unsicher. Wahrscheinlich bleibt es zumindest niederschlagsarm und für die Jahreszeit sehr kühl. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Der Kaltluftvorstoß nach Mitteleuropa wurde in den letzten Läufen mal weiter östlich, mal westlicher gesehen. Der neue Lauf favorisiert die letztgenannte Variante, nach der die kalte Luft uns am Wochenende besser treffen würde. Das Ganze wird überlagert von Hochdruckeinfluss, sodass es dabei kaum nennenswerte Niederschläge geben soll. Lediglich der Wind frischt zeitweise kräftig auf. Bei den letzten beiden Punkten herrscht dann wieder Konsens in den letzten Läufen. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Die anderen Globalmodelle zeigen abweichende Lösungen. Nicht was die antizyklonale Dominanz angeht, die ist in der Modellwelt unangetastet. Vielmehr zeigen ICON, GFS und besonders UKMO die kalte Luft auf östlicherer Spur und belassen es bei einem Streifschuss. Vor allem im Westen/Südwesten bekäme man nach diesen Lösungen nicht viel vom Temperaturrückgang mit. "Viel Wetter", vor allem irgendwelche markanten Entwicklungen bringen damit die anderen Modelle nicht ins Spiel, wenn man mal davon absieht, dass die Frostgefahr Ende April auch eine nicht unwesentliche Rolle spielt. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Während die Geopotentialkurven ziemlich konstant auf hohem Niveau verlaufen, fächern die Kurven der 850 Temperatur in den Rauchfahnen am nächsten Wochenende stark auf. Auch aus Sicht der ENS ist der Kaltluftvorstoß unsicher. Während nach Osten hin die kalten Lösungen überwiegen, sind ansonsten auch mildere Varianten vorhanden und der Kontrolllauf zählt zu den kälteren Lösungen. Niederschlagssignale sind nur sporadisch vorhanden. Das und die vorherrschenden Winde aus Nord bis Ost zeigen das das Blocking anhält. Die Clusterung sortiert die Wetterlagen im ersten Zeitschritt und dann bis +168h ins Muster "atlantic ridge", was aber auch passt, nur mit dem Blocking etwas westlicher. Für den Zeitraum bis +168h gibt es nur einen Cluster. Das trifft auch danach - in der erweiterten Mittelfrist - zu, dann soll sich die Höhenströmung aber zyklonaler gestalten. Das dann möglicherweise etwas unbeständigere Wetter, wäre aber mit ziemlich kühlen Luftmassen verbunden. Fazit: Mittelfristig bleibt es bei Hochdruckeinfluss, der keine signifikanten Entwicklungen zulässt. Östlich des blockierenden Hochs kommt es zu einem Kaltluftvorstoß am kommenden Wochenende. IFS zeigt ihn aktuell wieder stärker nach Mitteleuropa gerichtet, die anderen Modelle und die ENS ziehen nicht, oder nur bedingt mit. Die Frostgefahr würde dabei wieder zunehmen. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Der Wind frischt mit Passage der Kaltfront am Wochenende zeitweise stärker auf. Vor allem an den Küsten und im östlichen Bergland könnte es vorübergehend stürmisch werden mit Böen 7 bis 8 Bft, exponiert Sturmböen 9 Bft aus Nordwest. Die Nachtfrostgefahr nimmt in der frischen Kaltluft wieder zu. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage Mos, IFS und ENS ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Bernd Zeuschner