SXEU31 DWAV 050800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Sonntag, den 05.04.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: W a Übergang zu NW a Heute windig bis stürmisch mit einzelnen Gewittern vor allem im Süden. Am Ostermontag im Nordosten stürmisch. Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC -------------------------------------------------------------- Sonntag... stellt sich ein windiger, im Nordwesten kühler, vor allem in der Südosthälfte recht warmer Ostersonntag ein. Ursache ist ein Sturmtief, dass anfängt sich abzuschwächen und dabei von der Nordsee nach Südschweden zieht. Dessen Kaltfront überquert Deutschland nach Südosten und überquert abends den Main. Davor legt der Druckgradient zu und der Wind frischt auf. Mit dem lebhaften Südwestwind gelangt dann sehr milde Luft zu uns mit Werten in T850 hPa im Süden bis 9°C. So steigt die Temperatur in der Südosthälfte auf 19 bis 25°C an. Postfrontal im Nordwesten werden in einfließender Meereskaltluft, in der die Temperatur in 850 hPa auf -2 bis -4°C sinkt, nur 10 bis 15°C erreicht. Dazu regnet es im Bereich der Kaltfront leicht konvektiv durchsetzt. Allerdings wird die Wetteraktivität durch überlagerte Kaltluftadvektion gebremst. Die damit verbundene Stabilisierung macht auch die Gewitter, die in diversen Modelloutputs (u.a. I D2) zu finden sind, nicht gerade wahrscheinlicher. Auch postfrontal, wo ein flacher Trog folgt, sind neben Auflockerungen einige Schauer unterwegs, wobei die Labilitätsfläche bis knapp über 700 hPa, etwas unter -10°C reicht. Also sind auch dabei Gewitter nicht ganz ausgeschlossen. Im Süden bleibt es meist trocken, jedenfalls bis zum Abend. Dort ist die Luft zwar am instabilsten (siehe: lapse rates), aber trockener, sodass es zunächst nicht zu hochreichender Konvektion kommt. Erst abends, wenn die Luft weiter angefeuchtet wird, sind an einer Konvergenz vom Bodensee und Oberschwaben zur unteren Donau Schauer und einzelne Gewitter möglich, vielleicht linienhaft. Diese werden markant durch Graupel oder kleinkörnigen Hagel sowie stürmische Böen oder Sturmböen, die bei starker Scherung auch durch die trockene Grundschicht forciert werden. Der anziehende Druckgradient lässt verbreitet Böen Bft 7 und einzelne stürmische Böen Bft 8 (exponiert, Frontpassage, Schauer) aufkommen. Im Bergland sind stürmische Böen oder Sturmböen 9 Bft häufiger und auf dem Brocken schwere Sturmböen bis orkanartige Böen Bft 10-11 aus Südwest bis West wahrscheinlich. Auch nahe dem Tief im Norden von Schleswig-Holstein sind Sturmböen, eventuell schwere Sturmböen möglich. Nach Passage der Kaltfront fächert der Gradient auf und der Wind lässt nach. Viel Sonne gibt es vor allem im Süden. Sonst ist es eher dicht bewölkt, bevor es postfrontal im Norden auflockert. In der Nacht zum Ostermontag zieht die Kaltfront über Süddeutschland zu den Alpen. Die Schauer und Gewitter an der Konvergenz legen sich an die Alpen und gehen in Regen über, der bald abklingt. Der nachfolgende Höhentrog schwenkt über Deutschland hinweg ostwärts und nachfolgend baut sich über Westeuropa und den Britischen Inseln ein neuer Rücken Auf, der sich beginnt nordwärts auszuweiten. Er stützt im Bodendruckfeld ein Hoch über Nordostfrankreich und dem Südwesten Deutschlands. In der Mitte und im Süden fällt zunächst etwas Regen, im Norden sind bei einem Streifschuss höherkalter Luft Schauer und ganz im Norden vereinzelte Gewitter möglich, vielleicht mit stürmischen Böen oder Sturmböen (40 kt in 1000m). Der Druckgradient bleibt dort erhalten, vor allem an den Küsten treten Böen Bft 7 bis 8, vereinzelt 9 Bft um West auf. In den anderen Regionen lässt der Wind rasch nach, im Südwesten und Westen schläft er fast vollständig ein. In der einfließenden Meereskaltluft lockert die Bewölkung von Norden auf und die Nacht wird recht kalt. Die Temperatur sinkt auf 6 bis 1°C ab, im Bergland ist vereinzelt leichter Frost möglich. Im Südosten bleibt es unter Wolken milder. Montag... amplifiziert sich der Rücken über Westeuropa stark Richtung Nordmeer. Das geht auf Kosten der Progression nach Osten, die fast zum Erliegen kommt. Das zugehörige Bodenhochdruckgebiet liegt über Deutschland, sodass die in großen Landesteilen eingeflossene Meereskaltluft zur Ruhe kommt. Nur im Norden und Nordosten herrscht ein kräftiger Druckgradient zum Tief über Finnland. Von Schleswig-Holstein und der Ostsee bis Ostsachsen treten häufig steife und einzelne stürmische Böen aus West bis Nordwest auf. An den Küsten und in Vorpommern sind Sturmböen 9 Bft möglich. Zum Abend lässt der Wind langsam nach und in der Nacht zum Dienstag geht der Druckgradient soweit raus, dass auch an der Ostsee die warnwürdigen Böen zum Morgen vorbei sind. Der Ostermontag wird in der trockenen Luft und bei Absinken freundlich, teilweise sonnig und kühler. Bei Werten von +5°C in 850 hPa am Oberrhein und -5°C über Norddeutschland liegen die 2m Maxima bei 11 bis 19°C von Nordost nach Südwest. Direkt an der See kann es noch etwas kühler bleiben. Dazu bilden sich vor allem nach Nordosten hin einige Quellwolken, die sich an der Absinkinversion in 800/850 hPa zu Sc Feldern ausbreiten können. Auch im Südosten halten sich in feuchterer Luft Wolken, die tagsüber weniger werden. In der Nacht zum Dienstag klart es auf und es tritt gebietsweise leichter Frost bis -2°C auf, stellenweise mäßiger Frost in 5 cm Höhe über dem Boden. Der kräftige Nordwestwind hält sich an der vorpommerschen Küsten am längsten mit steifen Böen bis fast Dienstag früh. Dienstag... bildet sich unter dem bis Spitzbergen reichenden Höhenrücken eine Hochdruckzone, die meridional ausgerichtet von der Barentsee über Skandinavien nach Mitteleuropa reicht. Westlich der Iberischen Halbinsel liegt als Folge eines Abtropfvorgangs ein Höhentief. An der Ostflanke der Hochdruckzone strömt im Bereich eines Troges über Osteuropa kalte Luft nach Süden, die auch Ostdeutschland streift. Ansonsten ist es in erster Linie durch Absinken niedertroposphärisch deutlich wärmer, womit sich über uns ein ordentlicher Temperaturgradient ergibt. Die Spanne reicht von -3/-4°C in 850 hPa an der Oder und Neiße bis +10°C an Ober- und Hochrhein. Die Luft ist meist sehr trocken, sodass ein sonniger Tag ansteht. Die Sonnenscheindauer liegt gebietsweise im Rahmen des astronomisch möglichen. Bei den 2m Werten der Temperatur spiegeln sich die Luftmassen wider. Im Südwesten geht es bis knapp über 20°C rauf, über Vorpommern ist bei 12°C Schluss, wiederum an der See noch etwas frischer. Im Osten ist der Nordwestwind deutlich spürbar mit freilich nicht warnwürdigen Böen 5-6, die den kühlen Eindruck dort verstärken. In der Nacht zum Mittwoch geht der wolkenarme Hochdruckeinfluss weiter. Bei oft schwachem Wind und klarem Himmel kühlt es kräftig ab. Im Norden und Osten tritt verbreitet leichter Frost auf, vereinzelt -4°C, in 5 cm Höhe bis -8°C. Im Westen und Südwesten bleibt es dagegen frostfrei. Modellvergleich und -einschätzung -------------------------------------------------------------- Die Modelle simulieren ähnlich, die Entwicklung im synoptischen Scale ist recht sicher, die Details üblicherweise nicht. Die Böen an der Nordsee aktuell sind schon etwas stärker als zuletzt simuliert, sodass mögliche Anpassungen der Windwarnungen tagsüber zu verfolgen sind. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Bernd Zeuschner