SXEU31 DWAV 181800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 18.02.2026 um 18 UTC SCHLAGZEILE: Das letzte Winteraufbäumen bevor Westwinde den unbeständigen Vorfrühling nach Deutschland bringen. Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC ---------------------------------------------------------------- Aktuell ... sieht es in der zweiten wochenhälfte nach den letzten Zuckungen des Winters aus (zumindest vorerst und mittelfristig). Bis einschließlich Freitag dominiert die Wetterlage Südost antizyklonal das Ensemble des IFS. Dabei sorgen die antizyklonalen Strömungsbedingungen allenfalls in der Nordosthälfte Deutschlands und Osteuropa noch für ruhiges Wetter. Ansonsten bestimmen doch schon atlantische Tiefs das Wetter und bringen Niederschläge ins Land. Im Duell Kaltluft und Warmluft kann zweitgenannte zunächst noch ein Übergewischt behaupten. Entsprechend fallen vielerorts die Niederschläge auch noch in der festen Phase. Zur Hilfe eilt dann auch eine Tiefdruckentwicklung über Norditalien und den Golf von Genua. Ab Samstag hat die Kaltluft aber zunehmend im ganzen Land ausgespielt. Im IFS-EPS übernehmen westliche Wetterlagen, die eine Zonalisierung beschreiben. Resultierend würde mit zahlreichen Tiefs und Tiefausläufern milde Atlantikluft das Land fluten und den Winter vorerst vertreiben. Das Wechseltheater mit duellierenden Luftmassen geht aber nicht ohne Getöse vorbei. Aus Sicht der Meteorologen steht demnach eine durchaus spannende und auch warnreiche Witterungsperiode an. Heute Abend liegt das Land im Bereich eines Rückens, der sich mit seiner Achse von der Schweiz über Südwestdeutschland und Belgien bis nach Schottland erstreckt. Über Westeuropa steht aber schon ein kräftiges und hochreichendes Tief in den Startlöchern, welches einen Frontenzug nach Deutschland schickt. Dieser greift am Abend auf den Südwesten über und verlagert sich langsam nordostwärts, bevor er über der nördlichen Mitte den Geist aufgibt. Weiter lässt ihn die Kaltluft erst einmal nicht kommen. Die WLA getriggerten Niederschläge sind schon am Nachmittag auf den Südwesten übergegriffen. Im Bergland und östlich der Alb fällt dabei Schnee sonst aufgrund des Temperaturniveaus schon Regen oder Schneeregen. In der Nacht mit vorankommen in die Mitte soll sich ein Streifen kräftiger Schneefälle ausbilden, der sich nur noch zögerlich verlagert und wohl bis Donnerstagmittag nennenswerte Neuschneemengen generiert. Der Schwerpunkt soll demnach etwa vom Niederrhein und südlichem Münsterland über Rothaargebirge, Westerwald, Hunsrück und Taunus bis zur südlichen Rhön und dem Spessart ziehen. Entsprechend markante Schneewarnungen wurden schon ausgegeben. Während diese von der Eifel bis zur Pfalz evtl. etwas zu hoch angesetzt sind, muss im Westerwald, Taunus und Spessart die Unwetterschwelle im Fokus bleiben. Vor allem im 6h Zeitraum sind dort regional auch Neuschneemengen von 15 bis 20 cm, im 12h Zeitraum lokal bis 25 cm möglich. Südlich der Donau bleibt die Schneephase wohl nur ein vorübergehendes Phänomen. Durch den milden Tag, durch die Wolken kaum Auskühlung und Advektion milderer Luft fällt bis Donnerstagvormittag meist Regen oder Schneeregen. Da sich auch im Boden kein Frost befindet, sollte auch gefrierender Regen nur lokal begrenzt, vor allem in Tälern und Senken der süddeutschen Berge kurzzeitig ein Thema sein. Die Regionen von der Alb bis zur südlichen Hohenloher Ebene mit dem höchsten Potential wurden dafür schon mit einer markanten Glatteiswarnung versehen. Die geringen Schneefälle in der Nordosthälfte, die noch auf einem abziehenden Trog. basieren und zunehmend nachlassen, wurden mit einer gelben Glättewarnung vor geringem Schnee und gefrierende Nässe abgefangen. Mit dem nach Ostfrankreich ziehenden Tief frischt auch der Wind auf und sorgt vor allem im westlichen und zentralen Bergland für steife, exponiert auch stürmische Böen. Auf den Alpengipfeln steht Föhnsturm in Aussicht. Auf Warnungen vor Schneeverwehungen im Mittelgebirgsraum wurde zunächst verzichtet, da überwiegend nasser Schnee erwartet wird. Im Schwerpunkt der Schneefälle gelangt dagegen Schneebruch und evtl. auch Leiterseilschwingungen ins Visier. Zu guter Letzt müssen bis Donnerstagvormittag noch die Frostwarnungen eine kleine Erwähnung finden. Abgesehen vom Südwesten und Teilen des Südens wird recht verbreitet leichter bis mäßiger im Nordosten auch strenger Frost prognostiziert. Donnerstag ... bleibt Deutschland zweigeteilt. Während der Norden und Osten weiter kalt und trocken daherkommen, dominieren im Süden und Westen sowie Teilen der Mitte weiter unbeständige, zu Niederschlägen neigende Bedingungen. Der Streifen vom Niederrhein bis nach Ostbayern verliert an Intensität. Dabei fällt in tiefen Lagen zunehmend Regen oder Schneeregen. Im Südwesten fallen die nachlassenden Niederschläge bis in höhere Lagen als Regen. Ab den Mittagsstunden wird es dann von Italien über die Alpen hinweg wieder spannender. Das Tief über Norditalien schiebt Aufgleitniederschläge bis in den Süden Deutschlands. Das sich gleichzeitig die östliche Strömung wieder verstärkt und kältere Luft einsickern kann, sollen die Niederschläge überwiegend als Schnee niedergehen. Betroffen wäre bis Freitagmittag bevorzugt die Region südlich der Donau, wo es länger anhaltend und kräftig schneien kann. Am Alpenrand können dabei innerhalb von 12 bis 24h zwischen 10 und 20 cm, im Stau bis 30 cm und im Allgäu und Werdenfelser Land lokal bis 40 cm Neuschnee zusammenkommen. Weiter nördlich sind wohl 5 bis 15 cm, nördlich der Donau um 5 cm Neuschnee möglich. Entsprechend sind in Bayern und der Südosthälfte Baden-Württembergs verbreitet gelbe, an den Alpen auch markkante Schneewarnungen auszugeben. Inwieweit für die genannten Schwerpunkte am Alpenrand Unwetterwarnungen ausgegeben werden müssen, lässt sich derzeit aufgrund bestehender Unsicherheiten noch nicht abschließend klären. Grundsätzlich ist geplant die Warnungen für das zweite Schneeereignis am Donnerstagvormittag auszugeben. Der Wind weht allenfalls im Westen und Nordwesten auf der Ostflanke des Tiefs spürbar und vor allem in den westlichen und zentralen Mittelgebirgen auch stark böig. Stürmische Böen oder Sturmböen bleiben einzelnen Kammlagen vorenthalten. Dafür sind am Niederrhein und im Münsterland auch in tiefen Lagen vereinzelte steife Böen möglich. Weitere Warnungen sind wohl für Frost und Glätte zu verzeichnen. Im Nordosten herrscht Dauerfrost und in Vorpommern und Ostsachsen in der Nacht zum Freitag auch nochmals strenger Frost. Ansonsten ist bis auf den Südwesten und äußersten Westen nochmals mit leichtem bis mäßigen Frost zu rechnen. Überall wo es frostig wird muss dabei mehr oder weniger ausgeprägt mit Glätte gerechnet werden, was aber für den Winter eigentlich nichts Neues ist. ---------------------------------------------------------------- Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC Freitag ... steht ein neues Tief bei Schottland in den Startlöchern seinen Frontenzug nach Deutschland zu schicken. Diese sollen demnach dann auch den Wetterumschwung hin zu einer milderen Westlage bringen. Ab dem Mittag kommen von Westen wohl WLA getriggerte Aufgleitniederschläge auf, die wohl nur sehr kurzzeitig als Schnee fallen und nachfolgend rasch bis in größere Höhen in Regen übergehend. Während die Niederschläge in der Westhälfte kaum Unruhe stiften und meist nur mit einer gelben Glättewarnung vor etwas Schnee einhergehen, sieht es in der Nordosthälfte anders aus. Dort liegen noch die Frostluft und der Frost im Boden. Demnach wäre alle für eine Schweinerei angerichtet. Da lassen sich natürlich die Modelle nicht lange bitten und produzieren bis Samstagmorgen von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern bis nach Sachsen sowie in Südostbayern zahlreiche Schlangen, die eine großräumige Glatteislage andeuten. Diese könnte östlich der Elbe allenfalls noch von einer etwas längeren Schneephase abgemildert werden, was derzeit aber noch nicht abschließend absehbar ist. Mit der milden Luft bläst auch der Wind böig über das Land. Im Bergland und an der See sind steife, exponiert stürmische Böen im Programm. Der Frost beschäftigt zum Samstag wohl nur noch die Osthälfte, während der Westen und Südwesten schon vom Vorfrühling träumen. Alle weiteren Details und genaueren Ausführungen können der Frühübersicht entnommen werden. Modellvergleich und -einschätzung ---------------------------------------------------------------- Die Modelle beschreiben die großskalige Luftdruck- und Geopotentialverteilung sowie synoptischen Prozesse vergleichbar. Gewisse Unterschiede gibt es bei der Verlagerungsgeschwindigkeit der Schneefronten, der Intensität der Schneefälle und teils auch die räumliche Ausweitung nach Nordosten. Da die Abweichungen jedoch recht gering ausfallen, kann modellübergreifend grundsätzlich von einer hohen Vorhersagegüte ausgegangen werden. Es bleibt auch spannend zu sehen, inwieweit die Neuschneemengen von den Modellen in der Analyse getroffen wurden, da diese bei Isothermen Bedingungen die Neuschneemengen gerne unterschätzen. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Lars Kirchhübel