SXEU31 DWAV 120800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Donnerstag, den 12.03.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: SW a, Übergang zu Tr W WIND: Ab dem Abend auffrischender Süd- bis Südwestwind, an der Nordfriesischen Küste, über der offenen See sowie auf exponierten Berggipfeln der nördlichen Mittelgebirge Sturmböen Bft 8/9 (Brocken darüber). Bis Freitagfrüh stürmische Böen etwas bis ins nordwestliche Binnenland ausgreifend, dann auch in den Höhenlagen der westlichen Mittelgebirge stürmische Böen. Im Laufe des Freitags von Nordwesten her abflauender Wind, in den Kamm- und Gipfellagen der nördlichen und zentralen Mittelgebirge weiterhin Gefahr von Sturmböen Bft 8/9. Zum Abend hin auch dort nachlassender Wind. Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC -------------------------------------------------------------- Donnerstag... liegt Deutschland an der Vorderseite eines breiten Troges über dem nahen Ostatlantik und somit unter einer südwestlichen Strömung. Ein darin eingelagerter und sich auffüllender Trog überquert den Norden Deutschlands rasch ostwärts, hängt aber in seinem südlichen Teil zurück, was aus einem vorherigen Austropfprozess zum Golf von Genua hin resultiert. Die vorgelagerte Kaltfront liegt längst über Polen, schleift aber etwas im Süden, so dass dort die geringen Niederschläge noch etwas andauern und in den Höhenlagen der Alpen etwas Schnee fällt. Im Tagesverlauf sollten aber auch dort die Niederschläge nachlassen. Ansonsten setzt sich Zwischenhocheinfluss durch, der durch einen Höhenkeil gestützt wird. Absinken sorgt für längere sonnige Abschnitte. Allerdings erfolgt von Nordwesten her im Tagesverlauf wieder Warmluftadvektion. Der aus kräftiger Hebung über der Nordsee erfolgende Druckfall bewirkt eine Gradientzunahme, was den Wind im Nordwesten Deutschlands mit Böen Bft 7 aus Süd bis Südwest auffrischen lässt. An der Nordfriesischen Küste, über der offenen Nordsee sowie auf dem Brockenplateau kommen bis zum Abend Sturmböen Bft 8/9 auf. Zudem erfolgt im Nordwesten ein Aufzug mehrschichtiger Bewölkung, ohne dass bereits Niederschlag fällt. In der eingeflossenen maritimen gealterten Polarluft sind Tageshöchsttemperaturen zwischen 9 und 14, am Oberrhein bis 16 Grad zu erwarten. In der Nacht zum Freitag rückt der atlantische Trog nach Osten vor und nimmt eine Doppelstruktur an. Dessen erster Anteil greift auf die Britischen Inseln über, dieser interagiert mit der vorgelagerten Kaltfront, an welcher sich eine Welle bildet. Diese läuft nach Nord-Nordost in Richtung Südnorwegen ab. Hierdurch wird die Kaltfront zurückgehalten, so dass allenfalls Nordfriesland von deren Regenband erreicht wird. Da sich zudem auch noch die Warmluftadvektion abschwächt, kann sich die mehrschichtige Bewölkung aus dem Nordwesten und Westen Deutschlands nicht weiter ostwärts ausbreiten. Im Süden dauert der Zwischenhocheinfluss an, dort klart es auf, so dass wieder vermehrt leichter Frost zu erwarten ist. Zudem können sich in den hierfür anfälligen Tallagen Nebelfelder bilden. Abgesehen vom Süden zieht bei stabiler Schichtung der Gradient weiter an. Im Nordwesten kommen bis weit ins Binnenland hinein sowie im Lee der nördlichen und westlichen Mittelgebirge Windböen Bft 7 auf, in Nordfriesland und im Emsland wird in Böen Bft 8 erreicht. Über der offenen Nordsee, auf den Nordfriesischen Inseln sowie in den Höhenlagen der nördlichen und westlichen Mittelgebirge sind Sturmböen Bft 8/9, auf dem Brockenplateau schwere Sturmböen zu erwarten. Freitag... dringt der zweite Anteil des einst atlantischen Troges zu den Britischen Inseln vor und weitet sich dabei nach Süden bis in die Biskaya hinein aus. Hierdurch ergibt sich über Mitteleuropa eine leicht aufsteilende und etwas zunehmende südwestliche Strömung. In diese läuft die Kaltfront, die dem Trog vorgelagert ist, hinein und arbeitet sich schleifend bis etwa zu einer Linie Rügen - Harz - Luxemburg vor. In deren Bereich fällt zeitweise Regen, wobei innerhalb von 12 Stunden einige bis etwa 5, im Nordwesten und Westen 5 bis 10 und im westlichen Bergland in Staulagen bis über 15 mm Regen fallen können. Im Osten und Süden bleibt es noch trocken, in diesen Gebieten ergeben sich durch Absinken längere sonnige Abschnitte. Hierdurch sind Tageshöchsttemperaturen zwischen 14 und 19 Grad zu erwarten. Präfrontal legt der Wind zu, in einem breiten Streifen von Vorpommern bis in die Mitte hinein sowie im westlichen Bergland sind Windböen Bft 7, in den Höhenlagen der nördlichen und zentralen Mittelgebirge Sturmböen Bft 8/9 zu erwarten. Postfrontal flaut der Wind ab und ist, abgesehen von Nordfriesland, nicht mehr warnrelevant. Abgesehen von exponierten Höhenlagen schwächt sich der Wind jedoch bis zum Abend merklich ab, so dass meist keine Warnungen mehr erforderlich sind. Unter mehrschichtiger Bewölkung werden 8 bis 14 Grad erreicht. In der Nacht zum Samstag weitet sich der Trog mehr nach Süden aus als dass er nach Osten vorankommt. Dis lässt die Strömung auf Süd-Südwest drehen. Hierdurch dauert das Schleifen der Front an und es zeichnet sich die Bildung von Wellen ab. In einem breiten Band von der Ostsee bis in den Westen und Südwesten Deutschlands hinein fällt zeitweise Regen, wobei in den Staulagen der westlichen Mittelgebirge noch einmal 15 bis 20 mm Regen hinzukommen können. Lokal können hierdurch Warnschwellen für Dauerregen zwar erreicht werden, aufgrund deren Kleinräumigkeit sowie der Vorgeschichte drängt sich eine Warnung vor Dauerregen nicht unbedingt auf. Darüber hinaus gehen oberhalb 600 m, d.h. dort, wo der meiste Regen fällt, die Niederschläge in Schnee über. Im Südosten bleibt der Himmel noch größtenteils klar, daher kann es zwischen Bayerischen Wald und Alpen leichten Frost geben; zudem können sich in diesen Gebieten flache Nebelfelder bilden. Samstag... weitet sich der Trog bis ins westliche Mittelmeer aus, wodurch die süd-südwestliche Strömung über dem Vorhersagegebiet bestehen bleibt. Die Achse des Troges verleibt aber noch über den Benelux-Staaten und Ostfrankreich. Kaltluftadvektion sorgt von Westen her für Druckanstieg. Die frontalen Niederschläge erfassen dann den Osten und Süden Deutschlands, wobei im süddeutschen Bergland oberhalb von etwa 800 m ein Übergang in die feste Phase erfolgt. Nennenswerte Neuschneemengen bis 10 cm innerhalb von 12 Stunden sind jedoch auf den Hochschwarzwald und das Oberallgäu beschränkt. In den anderen Gebieten lassen die Niederschläge im Tagesverlauf nach. Größere Auflockerungen zeichnen sich nur im Südosten, in der Lausitz und später am Tag im äußersten Westen und Nordwesten Deutschlands ab. Von der Niederlausitz über Sachsen hinweg bis nach Niederbayern sind noch einmal Höchsttemperaturen zwischen 13 und 18 Grad zu erwarten. Ansonsten wird es mit 7 bis 12 Grad merklich kühler als bisher. In höheren Berglagen werden kaum 5 Grad erreicht. In der Nacht zum Sonntag tropft der Trog zum westlichen Mittelmeer ab und das Residuum schwenkt in den Nordwesten Deutschlands. Ein nachfolgender Keil greift bereits auf die Nordsee über, ist aber von Warmluftadvektion überlaufen. Nach wie vor dauern die Niederschläge im Osten und Süden sowie zum Teil auch in der Mitte noch an, schwächen sich aber infolge Kaltluftadvektion tendenziell ab. In Staulagen sind aber noch einmal 5 bis 10 mm Niederschlag vorstellbar. Die Schneefallgrenze sinkt dabei auf 600 bis 800 m, im Erzgebirgsraum, im Hochschwarzwald und auf der Alb kommen einige, im Stau der Alpen auch mehr als 10 cm Neuschnee zusammen. Darüber hinaus bewirkt Kaltluftadvektion die Ausweitung eines Bodenhochkeils von Frankreich her in die Mitte und in den Süden Deutschlands. Daher sind, abgesehen vom Nordwesten und Norden Deutschlands, die Luftdruckgegensätze gering. Vor allem im Nordwesten und Westen Deutschlands klart es alsbald auf, so dass sich leichter Frost einstellt und sich gebietsweise auch Nebel bildet. Modellvergleich und -einschätzung -------------------------------------------------------------- Die vorliegenden Modelle stützen die oben beschriebene Entwicklung. Anhand der synoptischen Basisfelder lassen sich keine prognoserelevanten Unterschiede ableiten. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Thomas Schumann