SXEU31 DWAV 040800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 04.02.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: GWL: SEz Im Nordwesten zunächst Entspannung der Glatteislage. Ab dem Abend im Osten beginnende Glatteislage, teils Unwetter, dort mit Unterbrechungen bis zum Freitag anhaltend. Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC -------------------------------------------------------------- Mittwoch... setzt sich die Blockierungslage weiter fort. Dabei erstreckt sich das Hoch DANIEL mit seinem Schwerpunkt weiterhin von Fennoskandinavien über das Baltikum bis in den Südosten Europas. Es lenkt mit einer östlichen Strömung weiterhin kontinentale Kaltluft in den Norden und Osten Deutschlands. Demgegenüber steht ein äußerst umfangreicher Tiefdruckkomplex, der quasi von Neufundland bis nach West- und Mitteleuropa und von dort auch bis in den Mittelmeerraum reicht und an dessen Vorderseite mildere Luft in den Westen und Süden Deutschlands advehiert wird. Davon ausgehend verläuft eine Tiefdruckrinne (ROMINA) mit eingelagertem Frontensystem von der südlichen Nordsee kommend über den Nordwesten bis in den Osten Deutschlands. Sie kommt im Tagesverlauf weiter nordwärts voran und füllt sich dabei auf. Das bedeutet, dass die daran gekoppelten Niederschläge sich bereits im Laufe des Vormittags deutlich abschwächen werden und schließlich am Nachmittag auflösen bzw. nordwärts abziehen. Bis dahin fällt aber in der kalten Luft von Nordbrandenburg über das nordöstliche NS bis in das südwestliche SH und Mecklenburg noch Schnee. Die Neuschneemengen sollten aber maximal noch bei 1 bis 3 cm liegen. Kritischer ist weiterhin der gefrierende Regen, der im Übergangsbereich zur milderen Luft bereits in der vergangenen Nacht im Nordwesten teils unwetterartig ausfiel. Dieser betrifft heute Vormittag vor allem noch Bereiche von Ostfriesland bis zur Weser. Bis zum Mittag sollte sich die Unwetterlage durch die abziehenden bzw. sich abschwächenden Niederschläge aber weitgehend entspannt haben. Dennoch kann dort bei teils weiterhin negativen Belägen weiterhin streckenweise Glätte auftreten. Den äußersten Nordosten werden die Niederschläge voraussichtlich gar nicht mehr erreichen. Insgesamt bleibt es aber im Norden und Osten den ganzen Tag dicht bewölkt. In den weiteren Landesteilen macht sich bereits ein Höhenrücken bemerkbar und es bleibt trocken. An den Nord-/Nordwesträndern einiger Mittelgebirge lockert die Bewölkung sogar stärker auf. In einigen Gebieten wie beispielweise entlang der Donau können sich aber auch zähe Nebelfelder halten. Der Temperaturkontrast über Deutschland bleibt erhalten. Im äußersten Nordosten werden nur Höchstwerte um minus 5 Grad erreicht, während vor allem am Niederrhein bis zu 10 Grad zu erwarten sind. Warnwürdig bleibt der Wind an den Küsten, der dort weiterhin in Böen Bft 7, in exponierten Lagen auch bis Bft 8 aus Ost bis Südost weht. In der Nacht zum Donnerstag schwenkt ein Randtrog von Italien nordwärts. Das korrespondierende Bodentief zieht die Adria entlang nordwärts in Richtung Venetien. Vorderseitig setzt kräftige WLA ein, die schließlich auf den Osten und Südosten Deutschlands übergreift. Entsprechend nimmt von Südosten zunächst die Bewölkung zu, bevor ab dem späten Abend von Tschechien leichte Aufgleitniederschläge zunächst auf Sachsen, im weiteren Verlauf der Nacht unter leichter Verstärkung auch auf Sachsen-Anhalt, Südniedersachsen, Brandenburg und Berlin sowie das südliche Mecklenburg-Vorpommern und schließlich von Tschechien und Österreich auch auf Teile Bayerns (etwa vom östlichen Alpenrand bis in die Oberpfalz) übergreifen. Dabei fällt am Nordrand des Niederschlagsgebietes etwa von Sachsen-Anhalt bis nach Nordbrandenburg (wahrscheinlich auch zunächst noch Berlin) Schnee mit Neuschneemengen zwischen 1 und 5 cm in 6 bis 12 Stunden. Weiter südlich vor allem in Sachsen und Südbrandenburg, aber auch in Bayern zeigt sich durch einen Warmlufteinschub in den Prognosetemps eine klassische "warme Nase", sodass dort gefrierender Regen wahrscheinlich ist. Super HD lässt diesen auch noch bis Ostthüringen und Sachsen-Anhalt ausgreifen. Aufgrund der Niederschlagsraten, die vor allem in Ostsachsen und Südbrandenburg bis 5 l/m² in 1 bis 3 Stunden betragen sollen, sind (extreme) Unwetterwarnungen in diesem Bereich sehr wahrscheinlich. Weshalb für diese Bereiche eine Vorabinformation ausgegeben wird. Im in der zweiten Nachthälfte kann der gefrierende Regen auch Berlin, den Norden Brandenburgs und die Altmark erreichen. Wie schnell der Phasenübergang vonstattengeht, ist aber noch unsicher. Möglicherweise wird die Vorabinformation heute Nachmittag noch Richtung Norden ausgeweitet. In Bayern bleiben die Raten deutlich geringer, sodass dort voraussichtlich markante Warnungen ausreichen werden. Fraglich ist noch, ob der Niederschlag dort überhaupt überall den Boden erreicht oder ob oft auch eine gelbe Glättewarnung ausreicht. In den weiteren Landesteilen bleibt es trocken. Wolkenlücken gibt es am ehesten noch im Westen und Südwesten, wo sich aber teilweise wieder Nebel ausbildet. Abgesehen von wenigen Niederungen im Westen und Süden gibt es verbreitet leichten Frost, im Nordosten auch mäßigen Frost. So muss auch abseits der Niederschläge streckenweise mit Glätte durch Überfrieren gerechnet werden. Der Wind weht an den Küsten weiterhin in Böen stark bis stürmisch Bft 7 bis 8 um Ost. Donnerstag... verlagert sich der flache Randtrog über Deutschland hinweg nordwärts. Somit kommt auch das Niederschlagsgebiet weiter in Richtung Norden voran. Am Nordrand fällt weiterhin Schnee, sodass von SH über das nordöstliche NS bis nach MV und Nordbrandenburg Neuschneemengen zwischen 1 und 5 cm, vor allem in Vorpommern gibt es auch Signale für Mengen zwischen 5 und 10 cm in 12 Stunden. Am Nachmittag und Abend zieht der Randtrog und somit das Gebiet mit den stärksten Niederschlägen nordwärts ab. Dabei kann der gefrierende Regen auch noch den Süden MVs erreichen. Diese Entwicklung ist aber noch unsicher. Bei Super HD geht dies deutlich schneller vonstatten und es kann dort schon am Vormittag zu Glatteis kommen. Weiter südlich lassen die Niederschlagsintensitäten zwar deutlich nach, ganz zum Erliegen kommen sie aber nicht. Entsprechend muss im Osten auch tagsüber weiterhin mit Glätte durch gefrierenden Regen gerechnet werden. Auch in Bayern fällt gebietsweise noch Niederschlag, durch die steigenden Temperaturen nimmt die Gefahr von gefrierendem Regen am Tag aber deutlich ab. In den weiteren Landesteilen bleibt es überwiegend trocken. Einzig im Westen können mit Passage eines weiteren Kurzwellentroges einzelne Schauer auftreten. Dabei lockert die Bewölkung an den Nordrändern der Mittelgebirge im Westen, insbesondere aber im Südwesten und in Richtung Alpen stärker auf. Im Norden und Nordosten bleibt es häufig bei leichtem Dauerfrost, sonst steigt die Temperatur auf 1 bis 5, im Westen und Südwesten auch auf Werte zwischen 6 und 10 Grad an. Der Wind an den Küsten bleibt zunächst noch unverändert. Erst zum Abend fächert der Gradient auf und der Wind lässt etwas nach. In der Nacht zum Freitag schwenkt der nachfolgende Kurzwellentrog vom Südwesten nordostwärts, kommt aber nur noch langsam voran. Dadurch werden die Niederschläge über dem Osten wieder angefacht und sie verstärken sich wieder. Somit hält die Glatteislage dort weiter an, insbesondere von Sachsen über Sachsen-Anhalt bis in das nördliche Brandenburg. In Mecklenburg-Vorpommern dominiert wahrscheinlich weiterhin die Schneephase mit Neuschneemengen bis 5 cm, nach ICON sollen in einem schmalen Streifen von der Müritz bis zum Darß auch um 8 cm fallen. Auch in Ostbayern kann anfangs noch etwas gefrierender Regen fallen. Sonst bleibt es trocken und auch die Schauer im Nordwesten kommen zum Erliegen. Im Westen und Südwesten ist es teils aufgelockert, teils bildet sich dann Nebel. Mit leichtem Frost muss mit Ausnahme einiger Regionen im Westen und am Oberrhein erneut verbreitet gerechnet werden. An den Küsten hat der Wind deutlich nachgelassen. In exponierten Lagen kann es aber weiterhin Böen Bft 7 um Ost geben. Freitag... zieht der Kurzwellentrog nur langsam nordwärts ab. Die Niederschläge ziehen sich in Richtung Oder und Vorpommern zurück, teils als Schnee, teils weiterhin in der gefrierenden Phase, bevor sie dann am Nachmittag abziehen und sich die Glättelage endgültig entspannt. Gleichzeitig greifen bereits am Vormittag von Südwesten neue Niederschläge über. Sie stehen im Zusammenhang mit einem weiteren okkludierten Tiefausläufer des steuernden Tiefs ROMINA und breiten sich im Tagesverlauf über dem Westen und Süden aus. Meist handelt es sich dabei um leichte Niederschläge, die in der milderen Luft überwiegend als Regen fallen. Erst gegen Abend, wenn die Niederschläge die Grenze zur Frostluft erreichen, die etwa vom Emsland über Nordhessen bis nach Ostbayern verläuft, kann wieder stellenweise die gefrierende Phase mit auftreten. Generell soll die mildere Luft bis in den Norden und Osten vorankommen, sodass auch dort kein Dauerfrost mehr auftritt. Am mildesten wird es erneut im Westen und Südwesten bei Werten zwischen 4 und örtlich 10 Grad. Die Sonne zeigt sich kaum. Einzig an der Nordrändern der zentralen Mittelgebirge und an den Alpen kann es vor Eintreffen der Niederschläge etwas auflockern. Der Wind ist nicht mehr warnwürdig. In der Nacht zum Samstag kommen die Okklusion und die daran gekoppelten Niederschläge weiter ost-, nordostwärts voran. Ob es ein kompaktes Niederschlagsband sein wird oder nur noch Bruchstücke übrigbleiben, wird von den Modellen noch unterschiedlich prognostiziert. Insofern ist es noch schwierig zu sagen, wie verbreitet dann erneut gefrierender Regen oder Schnee in Richtung Norden und Osten auftreten werden. Ganz so verbreitet wie in den Vornächten tritt der Frost nicht mehr und beschränkt sich vor allem auf die Nordosthälfte. Modellvergleich und -einschätzung -------------------------------------------------------------- Die Ausdehnung des Niederschlagsgebietes für die kommende Nacht wird weitgehend übereinstimmend gerechnet. Unsicherheiten gibt es noch vor allem dahingehen, wie rasch die gefrierende Phase Richtung Norden vorankommt, vor allem im Vergleich zum Super HD wie im Text angesprochen. Der 06 UTC Lauf des I-D2 hat nun die Niederschläge in der kommenden Nacht deutlich zurückgenommen. Aufgrund der Unsicherheiten wird zunächst nur ein Teil der Vorabinformation ausgegeben und weitere folgen dann evtl. im Laufe des Nachmittags. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Johanna Anger