SXEU31 DWAV 110800 S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T K U R Z F R I S T ausgegeben am Samstag, den 11.04.2026 um 08 UTC GWL und markante Wettererscheinungen: S a Übergang HF z Ab heute Abend einzelne Gewitter im Südwesten und Süden. Stürmische Böen und kleiner Hagel nicht ausgeschlossen. An den Küsten vorübergehend stürmische Böen gering wahrscheinlich. Synoptische Entwicklung bis Montag 24 UTC -------------------------------------------------------------- Samstag... schwenkt ein Höhenrücken über Mitteleuropa nach Osten, gefolgt von einem Trog, der sich über Westeuropa nach Süden ausweitet. Die ausgehend vom Hoch über Skandinavien nach Süden reichende Hochdruckzone liegt schon östlich von uns, sodass auf der Vorderseite eines Tiefs bei Irland subtropischen Luft in die Südwesthälfte gelenkt wird, während sich im Norden und Osten die Kaltluft heute tagsüber zwar erwärmt, der ursprünglich kalte Charakter der Luftmasse bleibt erkennbar an relativ niedrigen Maxima und 850 hPa Werten < 0°C. Abgesehen von einigen Nebel- und Hochnebelfeldern im Süden und Osten sowie Cirren vor allem im Westen startet der Samstag mit Sonnenschein, bevor sich mit Annäherung des Tiefs an Schottland und übergreifen der Kaltfront auf Benelux und NE Frankreich die Wolken tagsüber von Westen her weiter verdichten. In der Luft ist Saharastaub vorhanden, was sich in optisch dichteren Wolken und eventuell etwas gedämpfter Einstrahlung und Temperaturen niederschlägt. Es ergibt sich ein deutliches SW-NE Temperaturgefälle, denn bei um +10°C in 850 hPa werden im Südwesten bis 23°C erwartet, in Vorpommern regional unter 15°C, an der Ostsee je nach Wind teilweise nur um 10°C. Zum Abend verdichten sich die Wolken soweit, dass es im Westen beginnt zu regnen, wovon aber zuvor einiges in der trockenen Grundschicht verdunstet. Die Luft wird zudem im Südwesten feuchter, PPW bis fast 30 mm, was in einer etwas abgehobenen mixed-layer zu Cape von wenigen 100 J/kg führt. Entsprechend werden einige Gewitter angeboten, die vereinzelt mit Starkregen und stürmischen Böen verbunden sein können. Mit Annäherung der Kaltfront frischt der Südostwind tagsüber auf und am Nachmittag sind an der Nordsee, im nordwestdeutschen Binnenland und in den westlichen Mittelgebirgen steife Böen möglich. Am Abend greift von Westen eine an die Rückseite der KF gebundene Druckwelle über, die im auf West bis Nordwest drehenden Wind zu Böen 7, vereinzelt bis 8 Bft führen kann. Diese verlagert sich zunächst nach Osten, schwächt sich im Laufe der Nacht aber wieder ab. Die Kaltfront mit dem zugehörigen Regengebiet und lokalen Gewittern im Süden kommt nachts langsam ostwärts voran. Sie wird aber gebremst durch das blockierende Hoch im Norden und Druckfall im Alpenraum und Süddeutschland und liegt morgens etwa von Holstein in einem Bogen nach Baden-Württemberg. Dabei fallen gebietsweise 5 bis 10 l/m² Regen, im Südwesten stellenweise mehr. Signale für warnwürdige Mengen im Südschwarzwald sind schwach. I D2 Max über 12 Stunden, bzw. geringe Wahrscheinlichkeiten. Im Westen und Nordwesten trocknet es in der postfrontal einfließenden subpolaren Meeresluft (mPS) ab Mitternacht wieder ab, teilweise lockert die Wolkendecke auf. Trocken bleibt es bis zum Morgen zwischen Erzgebirge und Vorpommern sowie in Teilen Südbayerns. In Sachen Wind wäre die Druckanstiegswelle mit dem Tiefausläufer zu nennen. Dabei sind besonders in der ersten Nachthälfte im Westen und der Mitte, teils mit Hilfe der Orografie steife, vereinzelt stürmische Böen möglich, an den Küsten erfolgt der Windsprung nach Nordwesten mit ähnlichen Böen, bevor nach Abzug der scharfen Bodenrinne der Wind schnell wieder nachlässt. Sonntag... zieht das Tief unter Abschwächung an Schottland vorbei in Richtung Norwegische See. Die zugehörige Okklusion erreicht in ihrem Nordteil die östlichen Landesteile, wo sie durch das Hoch im Nordosten geblockt wird und kaum über Oder und Neiße hinauskommt. Dabei schwächt sie sich ab, die Rinne füllt sich auf und der Regen lässt nach. Steigender Luftdruck sorgt für eine schwache Hochdruckbrücke zwischen dem Hoch im Nordosten und dem Azorenhoch. Die Wolkendecke lockert vor allem im Nordwesten auf mit längeren Sonnenfenstern von der Nordsee bis NRW und Niedersachsen. Auch präfrontal im Osten kann sich anfangs stellenweise noch die Sonne zeigen. In einem Streifen vom Nordosten bis in den Südwesten stehen die Chancen auf Sonne schlecht. Hier schleift unser Tiefausläufer in südwestlicher Höhenströmung und bringt neben dichter Bewölkung zeitweise, meist aber leichten Regen, der sich mit Annäherung einer Welle über Frankreich nachmittags und abends von dort intensivieren kann. Hier gehen die aber Lösungen auseinander. Die Schichtung in der warmen Luft über dem Südosten bleibt potentiell leicht labil, Gewitter werden aktuell aber vor allem im Alpenraum angedeutet, die Deutschland eher nicht betreffen. Die Temperaturen gleichen sich an. Im Nordwesten werden mit Einstrahlung in frischer Meeresluft 16°C erwartet, im Grau der Wolken um 10°C. Der Wind aus unterschiedlichen Richtungen spielt keine große Rolle mehr. In der Nacht zum Montag dreht die Strömung mehr nach Süd, die Front wird rückläufig und verlagert sich nordwärts. Gebietsweise vom Südwesten über die Mitte in den Nordosten regnet es derweil, ohne wirklich große Mengen, 2 bis 10 l/m². Im Nordwesten bleibt es bei teils aufgelockerter Bewölkung meist niederschlagsfrei. Am warmen Rand des Regens ist abgehoben etwas Labilität möglich mit der Option auf konvektive Einlagerungen. Ob es zu Gewittern reicht ist fraglich und unwahrscheinlich. Montag... dreht die Strömung fast aus südliche Richtungen, da der Höhentrog westlich von uns in die Länge gezogen wird und über der Iberischen Halbinsel abtropft. Zugleich wandert ein Randtrog Richtung Westalpen auf dessen Vorderseite sich über Bayern ein Leetief bildet. In dieses wird warme Luft gesaugt, die nach Überströmen der Alpen abseits der Grundschicht abtrocknet, aber auch labilisiert. An der West- und Nordseite des Tiefs regnet es an der Luftmassengrenze und aufgrund Gegenstromeffekten gebietsweise, meist aber nur leicht. Einige Modelle (u.a. IFS) deuten am warmen Rand des Regens erneut abgehobene Labilität an, die in einzelnen Gewittern ausgelöst werden könnte. Unter den Wolken ist temperaturtechnisch bei 10 bis 15°C Schluss, sonst werden es 15 bis 19°C, im Südosten, über teilen Bayerns bis 23°C. Dabei scheint vor allem im Osten und Südosten zeitweise die Sonne. Bliebe noch der Wind, der zwischen Ostsee und östlichem Mittelgebirgsraum zeitweise auffrischt aus östlicher Richtung mit einzelnen 7 Bft. Sonst kommt der Wind meist aus West bis Nord und ist deutlich langsamer unterwegs. In der Nacht zum Dienstag regnet es weiter gebietsweise in der Westhälfte mit langsamer Progression nach Osten. Auf der warmen Seite können nach wie vor einzelne Gewitter eingelagert sein. Deren auftreten bleibt unsicher. In den Westen und Südwesten gelangt postfrontal wieder kältere Meeresluft, T850 bis -3°C, die im Hochschwarzwald vereinzelt für nahe 0°C gut ist, sonst bleibt es frostfrei. Modellvergleich und -einschätzung -------------------------------------------------------------- Die Modelle simulieren weitgehend ähnlich. Hinsichtlich der Konvektion und der Druckwelle verbleiben Unsicherheiten. Die Wahrscheinlichkeit für warnrelevanten Regen im Südschwarzwald ist sehr gering. Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Bernd Zeuschner